T H E M A

Projekt 20-32

Im Jahr 1932 erschien von Franz Oppenheimer ein Buch mit dem Titel: "Sprung über ein Jahrhundert". Oberflächlich betrachtet handelt es sich um eine Erzählung, die Oppenheimer für seine damals 16-jährige Tochter Renate verfasst hatte. 1932 war für die Oppenheimers ein finsteres Jahr. Ein Blick in die Zukunft mag da für die Tochter als willkommene Abwechslung gedacht gewesen sein. Aber diese Erzählung ist mehr. Sie ist die Quintessenz eines Forscherlebens, das Oppenheimer ganz dem Erkennen soziologischer, psychologischer und ökonomischer Gesetzmäßigkeiten gewidmet hatte.

Wer sich für das wissenschaftliche Werk Franz Oppenheimers interessiert, findet auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite weitergehende Informationen. Vieles zu seiner Person ist an anderer Stelle bereits gesagt worden und ich will mich hier nicht wiederholen.

2032 lautet die magische Zahl. Vom heutigen Tag an, an dem ich dies schreibe, sind es noch 22 Jahre, 2 Monate und 4 Tage bis zu diesem Jahreswechsel. Werden wir bis dahin wirklich alles schaffen, was Oppenheimer vorhergesehen hat?

Er schrieb von einem vereinten Europa der Regionen zu einer Zeit, als Deutschland mit seinen Nachbarn den Krieg suchte. 88 Jahre später dürfte diese Prophezeiung niemanden mehr erstaunen, denn ihr Eintreffen ist zum Greifen nahe.

Er schrieb von einer Vielzahl lautloser Fahrzeuge auf den Straßen. Das es in 22 Jahren nur noch Elektrofahzeuge geben dürfte, fängt selbst unsere Autoindustie so langsam an zu glauben. Diese Entwicklung verläuft bereits so rasant, dass das, was Oppenheimer hier gesehen hat, bis 2032 eine Tatsache sein dürfte.

Wenn er von den großen Bildschirmen schreibt über die die Menschen miteinander telefonieren und sich dabei sehen, mag die Vorstellung 1932 eine Sensation gewesen sein, aber bis 2032 ist auch das eine hoch wahrscheinliche Tatsache.

Diese technologischen Entwicklungen können wir uns heute alle bereits vorstellen. Aber in diesem Buch steht mehr, viel mehr.

Oppenheimer war Gesellschaftswissenschaftler und Nationalökonom. Was er über technologische Entwicklungen dachte, hat gewiss bereits einen Reiz. Aber die Naturwissenschaften waren allenfalls sein Hobby. Der Genius mit all seiner Kraft, widmete sich anderen Dingen. Was seine Erzählung auf den Kerngebieten seiner Wissenschaft als Zukunftsszenario zeichnet, das ist weit weniger offensichtlich und doch viel spannender.

Oppenheimer hatte sehr klare Vorstellungen davon, was die Zukunft bringen würde, gerade auch im Hinblick auf die Entwicklung unserer Gesellschaft, unserer Wirtschaftsordnung und unseres politischen Systems.

Als ich vor 20 Jahren damit begann mich für Oppenheimers Werk zu interessieren, war ich einige Jahre fassungslos darüber, dass es weniger als eine Hand voll Menschen gab, die gleich mir ihre Nasen in Oppenheimers Bücher steckten - und sie dann oft nichtmals verstanden. Inzwischen amüsieren mich die Heerscharen selbsternannter Eliten, die des Lesens und Nachdenkens unkundig unsere Geschicke steuern. Was für ein Geschwätz auf allen Kanälen, was für eine Orientierungslosigkeit. Dennoch schreitet die Geschichte voran und liegen wir im Plan. Wohin die Reise geht und warum das so ist, wird hier das große Thema sein. Und vielleicht wird einer der Leser einst der große Präsident, der sein Volk und andere Völker wissend zu führen weiß. Es darf auch eine Präsidentin sind. Ihnen widme ich diese Worte, geschöpft einst in lebenslanger uneigennütziger Arbeit durch Franz Oppenheimer und nachgeschöpft von mir mit dem Ziel, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, was einst an unermesslichem geistigen Wert durch Oppenheimer geschaffen wurde.